Lichterkette 2017

Rund 200 Menschen beteiligten sich am 18.11.2017 an einer Lichterkette der IGFM gegen Christenverfolgung in Hamburg. Schwere Angriffe gegen Christen standen auf dem Programm: Todesstrafe, 10 und 15 Jahre Haft, 80 Peitschenhiebe, letzteres für iranische Pastoren wegen geringer Mengen Alkohol beim Abendmahl. Die IGFM wertet dies als direkten Angriff auf gottesdienstliche Handlungen und kirchliche Leiter.

 

 

 

Beachtenswert ist, dass die Vollversammlung der Kirchen aller Konfessionen in Hamburg zuvor auf ihrer Tagung beschlossen hatte, alle zur Teilnahme an der Lichterkette gegen Christenverfolgung aufzurufen – ein Signal der Geschlossenheit aller Kirchen in der Solidarität mit verfolgten Christen. Dieses teilte der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Hamburg, Pastor Uwe Onnen in einem Grußwort mit. Die verfolgten Christen werden von den Kirchen der ACK ausdrücklich Glaubensgeschwister genannt, die in unseren Gebeten und Gedanken sind. Es solle aber auch für die Verfolger gebetet werden, damit sie ihr falsches Tun erkennen und davon ablassen. Ein klares Wort!

 

Pastor Ulrich Rüß, Vorsitzender der Kirchlichen Sammlung um Bibel und Bekenntnis sowie Präsident der Internationalen Konferenz Bekennender Gemeinschaften bekräftigte den Aufruf zur Solidarität mit der großen Zahl verfolgter Christen, mit denen wir im Tiefsten in Christus verbunden seien und deren Leiden eine traurige Dimension angenommen habe. Dabei beklagte er eine Einseitigkeit der Medien in Form von geringer Berichterstattung trotz harter Verfolgung, wo sonst größte Sensibilität bei kleinster Diskriminierung bestehe. Umso wichtiger sei, dass die Christen sich zu den verfolgten Glaubensgeschwistern bekennen und das Unrecht öffentlich benennen. Eigentlich müsse in jedem Gottesdienst der für Jesus Verfolgten gedacht und für sie gebetet werden. Sie seien ein bewundernswertes Zeugnis seiner Liebe und eine Ermutigung, dass auch wir uns ohne Furcht zu Jesus bekennen.

 

Die IGFM benannte die katholische Arbeiterin Asia Bibi stellvertretend für alle Christen in Pakistan als Opfer einer menschenrechtswidrigen Diskriminierung, weil die Angriffe auf sie begonnen hätten mit der Behauptung, als Nichtmuslimin sei sie unrein und verunreinige das Trinkwasser, sodass Muslime es nun nicht mehr trinken könnten. Erst bei ihrer Verteidigung der Gleichwertigkeit aller Menschen sei es zur Bezichtigung der Blasphemie gekommen, für die die Mutter mehrerer Kinder seit 2009 im Gefängnis sitzt und auf ihre Hinrichtung wartet. Die Referentin für Religionsfreiheit der IGFM Michaela Koller beklagte, dass Verurteilungen wegen angeblicher Gotteslästerung in Pakistan besonders häufig gegen Christen verwendet würden, und zwar mit fadenscheinigen Argumenten. Insbesondere Frauen christlichen Glaubens würden in Pakistan durch Zwangsbekehrung und Zwangsverheiratung stark verfolgt, ohne den notwendigen staatlichen Schutz zu erhalten.

 

 

Der bisherige CDU-Obmann im Entwicklungshilfeausschuss des Deutschen Bundestages und frühere stellvertretende CDU-Landesvorsitzende Jürgen Klimke nannte das Urteil gegen Asia Bibi eine Todesstrafe für Banalitäten. Gerade die Freilassung des zum Tode verurteilten iranischen Pastors Nadarkhani habe gezeigt, dass der Einsatz für verfolgte Christen erfolgreich sein könne, man müsse aber dranbleiben, wenn es zur erneuten Verurteilung komme, wie jetzt bei Pastor Nadarkhani zu 10 Jahren Haft, um das Erreichte nicht wieder zu verlieren. Zugleich kritisierte Klimke Marokko, das ein sicheres Herkunftsland und Urlaubsland sein wolle, was mit Christenverfolgung wie bei Jamaa Ait Bakrim nicht vereinbar sei, Haft für einen Glaubensübertritt sei durch nichts zu rechtfertigen, die Bestrafung des Glaubens dürfe von der westlichen freien Welt nicht akzeptiert werden, das sei ein Auftrag des Grundgesetzes, die Menschenrechte seien universell, die rechtlich legitimierte Christenverfolgung müsse beendet werden – ein klares politisches Statement gegen Christenverfolgung und gegen Wegschauen.

 

In einem weiteren Grußwort erinnerte der Vorsitzende des Zentralrats Orientalischer Christen Simon Jacob daran, dass die Verfolgung von Christen real sei. Der Bundesvorsitzende der Aktion Verfolgte Christen im BFP Pawel Sturz sagte, in der Verfolgung seien alle Christen gleich. Dann stellte er einen libanesischen Pastor als Zeitzeugen vor, der in Kontakt steht mit vor den Rebellen geflüchteten Christen in Damaskus. Viele Söhne seien ermordet und Töchter geraubt worden, weil sie Jesus nicht abschwören wollten. Von Libanon aus ernähren sie 200 dieser geflohenen Christen, es seien aber 2.000 da, für die es immer noch kaum Nahrung gebe. Wer kann helfen?


 

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